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Die
Anfänge
Als
erste ursprüngliche Feuerschiffe könnten bereits eine spezielle
Form der römischen Rudergaleeren gedient haben. Diese durch Sklaven
angetriebenen Schiffe trugen an ihrem Stummelmasten einen eisernen Korb,
in dem möglicherweise nachts ein Feuer brannte. Diese "Feuerschiffe"
sollten in der Dunkelheit Handelsschiffe in den Hafen führen und
Piraten abschrecken.
Die eigentliche
Entwicklung der Feuerschiffe beginnt aber erst im 15 Jh. Die Holländer
hatten vor ihren Häfen sogenannte Lichtschiffe liegen, die erst
nach Ankunft aller Fischerboote wieder eingezogen wurden. Wohlgemerkt,
dieser Vorgang wurde jeden Tag praktiziert.
Aus dem Jahre 1683
gibt es eine ähnliche Information, hier soll im Kattegat von Sonneuntergang
bis Sonnenaufgang ein Schiff mit einem Licht vor Anker gelegen haben.
Die Existenz dieser
Schiffe ist jedoch nur durch wenige Unterlagen überliefert.
Die Geschichte beginnt
Das erste nur für
diesen Gebrauch bestimmte Schiff NORE wurde 1731 auf seine Position
gebracht. Es wurde auf privater Basis errichtet und ging in der Themsemündung
vor Anker. Um es vorwegzugreifen, die Geschichte der bemannten Feuerschiffe
endete am 1. April 1994 mit dem Einzug eines belgischen FS von der Station
WEST-HINDER.
Fast 100 Jahre lang
unterhielten nur die Briten Feuerschiffe bevor diese Idee auf dem europäischen
Festland Fuß fassen konnte.
Anfahrt zur Station
Die ersten Feuerschiffe
segelten selbst auf ihren Ankerplatz. Erst gegen später wurden
sie mit Hilfe von Dampfschleppern auf ihre Position gezogen. Nun erhielten
die meisten von ihnen nur noch eine kümmerliche oder gar keine
Besegelung mehr. Die ersten eigenen Maschinenanlagen dienten allerdings
weniger der Fortbewegung als dem Gegenanfahren bei schwerer See zur
Entlastung der Ankerkette. Erst im 20. Jh. wurden die Schiffe mit starken
Maschinen ausgerüstet, um sich richtig mit eigener Kraft fortbewegen
zu können.
Nächtliche Unterscheidungsmerkmale
Um die Mitte des
19. Jh. wuchs die Zahl der Feuerschiffe so stark an, dass man Unterscheidungsmerkmale
einführen mußte. Ihren höchsten Stand erreichten sie
Anfang des 20. Jh. mit weltweit über 350 Schiffen.
Bei den nächtlichen
Merkmalen kamen nur verschiedenartige Feuer in Betracht. Als Variationsmöglichkeiten
gab es: Lampen oder Lampenkränze mit Festfeuer. An einem, zwei
oder drei Masten. Bei einmastigen Schiffen war die Lampenanordnung übereinander,
bei rahgetakelten dann sogar noch in Dreiecksform.
Als Lichtfarbe wurde
weiß bevorzugt, hier war die Tragweite am besten. Rotes oder grünes
Licht kam somit selten zum Einsatz.
Nach der Erfindung
der um einen Masten kreisenden Scheinwerfer kam als weitere Möglichkeit
noch das Blinkfeuer hinzu. Die Verwechslungsgefahr wurde hierdurch wesentlich
verringert. Die neueren Feuerschiffe besaßen dann bereits eine
festmontierte Lampe, deren optische Einrichtung eine spezielle Charakteristik
erzeugte.
Rumpfkonstruktionen
Die Form und Konstruktion
der Rümpfe mußte durch die hohe Belastung der See vollkommen
anders sein, als bei herkömmlichen Schiffen. Da der Rumpf das Bestreben
hatte, sich dem ab- oder auflaufenden Wasser anzupassen und der Wind
öfters querab kam, war man gezwungen neue Rumpfformen zu entwerfen.
Die ursprünglichen
Feuerschife waren besonders stabil gebaute Segler oder Lotsenkutter,
die für diesen Zweck umgebaut wurden. Alle hatten aber Rümpfe
aus Holz. Im Laufe der Jahre wurden dann länderspezifische Schiffstypen
entwickelt, die den Forderungen besser entsprachen.
Ab Mitte des 19.
Jh. wurden vereinzelt die Feuerschiffe aus Eisen gebaut. Da man diesem
Material aber keine sehr große Haltbarkeit zutraute, ging man
wieder zum Holzbau zurück. Ab 1861 gab es eine Zwischenstufe, die
Komposit-Bauweise. Das waren Spanten aus Eisen und die Beplankung aus
Holz. Erst ab 1870 baute man Schiffe ganz aus Eisen. Interessanterweise
waren es zuerst Schweden und Finnland die aus diesem Werkstoff ihre
Feuerschiffe bauten.
Rümpfe aus Stahl
Die 1888 gebaute
Weser III leitete die Eisenzeit endgültig ein. Das Schiff wurde
mehrfach umgebaut und diente bis 1977 auf mehreren Stationen. Die meisten
Neubauten bekamen ab 1906 einen dampfgetriebenen eigenen Antrieb. Ab
1912 einen Diesel mit 300 bis 500 PS bei 9 Knoten Geschwindigkeit. In
dieser Ausführung wurden mehrere Schiffe gebaut. Erst nach dem
2. Weltkrieg gab es noch zwei bemerkenswerte Neubauten. Zum einen das
weltweit größte Feuerschiff "Elbe 1" mit einer Verdrängung
von 1000 t - und als zweiter Neubau das Feuerschiff "Borkumriff". Die
"Borkumriff" hatte als Besonderheit Aufbauten aus Leichtmetall.
Die eigentliche
Größe und Form der Schiffe hing aber von ihrem Einsatzgebiet
und vom Fortschritt der Technik ab. Die größten und stabilsten
Schiffe lagen auf den Positionen Elbe 1 und Nantucket (USA). Diese Stationen
waren durch besondere Naturgegebenheiten für die Schiffe sehr belastend.
Die Feuerschiffära geht zu Ende
Als letztes bemanntes
deutsches Feuerschiff wurde die "Borkumriff" am 15.7.1988
von ihrer Position abgezogen. Auch ihre Position wurde durch ein unbemanntes
Feuerschiff (UFS) ersetzt. Die Entwicklung der UFS geht zurück
bis in das Jahr 1901. In einer deutsch-schottischen Zusammenarbeit wurde
ein UFS mit dem Namen Otter Rock (Name der Station) entwickelt. Dieses
Schiff bewährte sich so gut, daß man jahrzehntelang zahlreiche
Exemplare nachbaute. Auch hier wurden dann im Laufe der Jahre wieder,
je nach Strömungs- und Dünungsverhältnissen verschiedene
Rumpfformen entwickelt. Für die lange ozeanische Dünung wurden
runde Typen bevorzugt, für die steile und harte Nordsee kamen nur
ovale bzw. rumpfförmige UFS in Betracht.
So gibt es heute
auf der Welt keine Feuerschiffe mehr die ihren Dienst auf der offenen
See vollbringen. Keine Männer mehr, die ihr Leben und Gesundheit
zum Wohle der Schifffahrt auf diesen Schiffen riskieren. Sie alle wurden
durch UFS ersetzt, die voll mit Elektronik in den zum Teil vorgelagerten
Bereichen der Küsten ihre Aufgabe versehen.
Noch ein Wort zum Schluß
Den Haltbarkeitsrekord
halten die mit Kupferblech beschlagenen dänischen Feuerschiffe
mit über 100 Jahren. Die nächsten Generationen werden sehen,
wie haltbar die aus Metall und Elektronik bestehenden UFS sind.
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