Über die Risiken einer Hochzeit auf einem Feuerschiff...

 

Jedes Jahr werden mehrere hundert Hochzeiten auf Feuerschiffen geschlossen. Seemannsgarn besagt, dass bis heute keine einzige Trennung dieser vielen Ehen bekannt geworden ist. Vielleicht mag das daran liegen, dass die Brautleute zusammen mit ihrer Heirats-Urkunde unterschreiben, dass, falls die Ehe in die Brüche geht, der schuldige Partner zum Trauort zurückkehren muss und dort Kiel geholt wird. Über die Geschwindigkeit beim Kielholen* verhandeln die Crewmitglieder angeblich erst ab einer "Beschleunigungszahlung" in Form von mindestens 11 Kisten Bier... ;-))

Zu dieser Meldung äußerte sich ein Standesbeamter wie folgt:

"Die Idee, dass die Eheschließenden bei der Eheschließung unterschreiben, dass sie im Falle einer Trennung Kiel geholt werden, finde ich gut, sollte aber durch Ihre Besatzungsmitglieder in angemessener Form rübergebracht werden, z. B. durch eine entsprechende Urkunde o. ä. Das würde sich sicherlich rumsprechen und auf Anklang bei Heiratswilligen stoßen. So, wie es z. Z. in Ihrer Präsentation dargestellt wird, könnte es passieren, dass die Brautpaare vom Standesbeamten Dinge erwarten, die nicht erfüllt werden können."

Was meint Ihr, das schreit doch direkt danach, den Beamten einmal Kiel zu holen, damit er auch weiß, dass das Kielholen wirklich nichts Gutes ist.

* Für alle Nicht-Seeleute: Beim Kielholen wird der Person, die bestraft werden soll, ein Seil um den Bauch gebunden. Ein Ende des Seiles hält ein Mannschaftsmitglied an Backbord fest, das andere Ende jemand an Steuerbord. Jetzt wird die Person ins Wasser gelassen und unter dem Schiff (Kiel) von Backbord nach Steuerbord geholt. Wie lange das dauert, liegt daran, wie schnell die Seeleute auf beiden Seiten ziehen. Bei ganz gemeinen Taten kann es auch mal vorkommen, dass die Person von Vorn nach Achtern verholt wird...