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Seezeichen gehören zu den wesentlichsten Merkmalen einer Küstenlandschaft. Leuchttürme gelten als Wahrzeichen, zieren Postkarten, Plakate und Prospekte und ziehen jährlich zehntausende Besucher an. Der Amrumer Leuchtturm läßt sich sogar, über die knapp 300 Stufen der Dünentreppe und Rundum-Treppe im Inneren des Turmes, besteigen und vermittelt aus einer Höhe von rund 60 Metern einen weiten Blick über die Insel und ihre Umwelt. Am 01.01.2000 blickte der Amrumer Leuchtturm auf eine hunderthährige Betriebsdauer zurück - als Wächter über nächtliche Schiffswege und Warner vor den gefährlichen Sanden und Untiefen im Seebereich von Amrum, die zahlreichen Schiffen zum Verhängnis geworden sind. Das Seezeichenwesen läßt sich bis in die Mitte des 16. Jahrhunderts zurückverfolgen, als Herzog Adolf dem Magistrat von Husum ein entsprechendes Privileg überschrieb und die Hever, aber auch die nach Amrum führende Schmal-Tiefe mit Seetonnen markiert wurden - was den Insulanern überhaupt nicht gefiel, weil sie "Tonnen- und Bakengeld" bezahlen mussten. Aber bis Mitte des 19. Jahrhunderts blieb das Seezeichenwesen in der Regie der Stadt Husum, ehe es von der dänischen, dann preußischen Regierung übernommen wurde. Zu den besonderen Aspekten des Seezeichenwesens gehört, dass zunächst über fast hundert Jahre die Familie Quedens, dann die Familie Ricklefs, Steenodde, seit inzwischen mehr als 150 Jahren für die Betreueung der Seezeichen im Bereich von Amrum zuständig waren bzw. sind. Jahrhundertelang waren Bojen und Baken, Tonnen und Türme ein vertrautes Bild an der Küste. Doch jetzt geht auch hier der "Fortschritt" über alles hin. Nachdem die Leuchtturmwärter schon seit Beginn der 70er Jahre durch die Automatisierung verschwanden, machen moderne Navigationssysteme, die über Satelliten, auf Bildschirmen den genauen Standort des Schiffes auf Seekarten vermitteln, Seezeichen faktisch entbehrlich. Das vorliegende Buch soll das Seezeichenwesen der letzten Jahrhunderte festhalten, wobei die historischen Vorgänge im Vordergund stehen. |