von Theodor
F. Siersdorfer Die größten Gefahren,
die der Schifffahrt zu allen Zeiten gedroht haben, begannen zumeist
erst dann, wenn die lange Reise über See beendet war und die Weiterfahrt
in Küstennähe von sorgfältiger Standortbeobachtung abhängig wurde. So
hat man schon in früher Zeit Leuchtfeuer und Seezeichen nicht nur als
Wegweiser zu den Flußmündungen und Häfen unserer Küstengebiete errichtet,
sondern zugleich auch als Achtungs- und Warnsignale für eine oft gefahrenvolle
Weiterfahrt zwischen vorgelagerten Sänden und Riffen in enge, gewundene
Fahrwasser. Bedingt durch das weite Mündungsgebiet unserer in die Deutsche
Bucht fließenden Ströme, beginnt die Arbeit der Lotsen weit draußen
in der Nordsee und neben den Feuerschiffen finden wir dort die Lotsenschiffe
auf Station - moderne, mit allen neuzeitlichen Errungen-schaften der
Technik ausgestattete Spezialfahrzeuge von ganz respektabler Größe,
die jedoch weniger eindrucksvoll erscheinen, wenn man sie draußen in
der ewig unruhigen Grundsee auf und ab tanzen sieht. Die Beanspruchung
dieser Schiffe ist außerordentlich groß, denn nicht allein an ihre Seetüchtigkeit
werden höchste Ansprüche gestellt, sondern gleichermaßen auch an ihre
Besatzungen und so haben unsere Lotsenschiffe einen nicht unerheblichen
Anteil daran, dass ein reibungsloser Seeverkehr zwischen den Welthäfen
gesichert und gewährleistet ist. Der Rückblick auf die Vergangeheit
des Lots- und Seezeichenwesens aber möchte sich zugleich als ein kleiner
Beitrag zu Schifffahrtsgeschichte unserer Elbmündung verstanden wissen.
Dieses Büchlein ist jenen Seeleuten gewidmet, die jahrein jahraus draußen
ihren schweren Dienst versehen.