Feuerschiff

Reserve Sonderburg

1920 Umbenennung in "Reserve Holtenau"
1945 Umbenennung in "Kiel" (III)
1998 Umbenennung in "Alexander von Humboldt I"
 

- aktives Feuerschiff von 1906 bis 1986 - 

 

 

Schiffsdaten als Feuerschiff

 
Länge: 53,30 m
Länge z.d.L.: 46,00 m
Breite: 8 m
Tiefgang: 4,50 m
Seitenhöhe: 5,50 m
Verdrängung: ca. 458 BRT
 

Werft: A.G. Weser, Bremen

Bau-Nr.: 155
Baujahr: 1906

 

Maschine: Dampfmaschine 260 PS

Geschwindigkeit: 7 kn

Geschichte:

10.09.1906

Im Jahr 1906 als Reserve-Feuerschiff geplant und in Auftrag gegeben, lief das Schiff am 10.09.1906 bei der Werft AG "Weser" mit der Baunummer 155 als erstes von vier Schwesterschiffen (die anderen: "Norderney", Norderney Reserve" und "Amrumbank") vom Stapel. Planungsgrundlage war, wie bei vielen anderen Feuerschiffen auch, ein Segelschiffsrumpf, auf den aber, anstelle mehrerer Masten ein einzelner, der Laternenmast, aufgesetzt wurde. Zweck eines Reserve-Feuerschiffes ist die "Vertretung" des "Stamm"-Feuerschiffes während der jährlichen Werftliegezeiten. Auf welchen Namen es getauft wurde, ist nicht ganz geklärt; sowohl der Name "Reserve Fehmarnbelt" (nach dem ersten Einsatzort), als auch "Reserve Sonderburg" (auch "Reserve.Sonderburg" mit Name "Reserve", Heimathafen Sonderburg) tauchen auf. Anhand der Schiffsglocke ist allerdings die letztgenannte Möglichkeit, also einfach "Reserve" mit Heimathafen Sonderburg (das heute dänische Sønderborg), am wahrscheinlichsten.

1906-1939 Reserve-FS für die Stationen: Adlergrund, Jasmund (bis 1925), Fehmarnbelt, Gabelsflach, Kiel, Kalkgrund/Flensburg, Amrumbank, Außeneider
1914-1918 Kriegsfeuerschiff "Ost" auf verschiedenen Stationen in der Ostsee
1920 Umbenennung in "Reserve-Holtenau"
1945
Übernahme der Station Kiel, Position 54°30' und 10°18' Ost und Umbenennung in "Kiel" (III) wegen Verlust des Stamm-Feuerschiffes "Kiel" (II) von 1902
1950 Umstellung der Antriebsanlage von Dampfmaschine auf Dieselmotor, 200 PS
04.01.1957 Kollision mit dem finnischen Motorschiff "Satu", wegen Wassereinbruch wurde das Feuerschiff in flaches Wasser geschleppt und auf Grund gesetzt (siehe Unglücke)
13.01.1957 das Feuerschiff wird gehoben und bei der Staatswerft in Rendsburg-Staatsee instandgesetzt und modernisiert
1959 wieder auf Stammposition
05.07.1967 mit Inbetriebnahme des neuerbauten Leuchtturmes Kiel verließ das Feuerschiff endgültig seine Stammposition, weitere Verwendung: Reserve-Feuerschiff für die Stationen Fehmarnbelt, Elbe 1, Weser, Borkumriff, P8, P12, Deutsche Bucht
1970 Einbau eines neuen Fahrmotors mit 510 PS
10.10.1983 Stamm-FS auf der Station "Deutsche Bucht" wegen Außerdienststellung des Feuerschiffes "Amrumbank" (II)
1986
Einsatz als Elbe 1-Reserve und Weser-Reserve
17.09.1986 Kollision auf der Weser-Station mit dem liberianischen Motorschiff "Ocean Wind", die Schäden zwangen zum Verlassen der Station
23.09.1986 Außerdienststellung in Wilhelmshaven und Überführung nach Wilhelmshaven unter dem Namen "Confidenta"
30.09.1986


Umbau zur Dreimastbark und Verkauf an die "Sail Training Association" in Bremerhaven. Die Umbaukosten waren mit 2,2 Mio. DM angesetzt. Bei der Motorenwerk Bremerhaven GmbH wurde das Feuerschiff eingedockt und umgebaut.


Der Mast des Feuerschiffes bleibt erhalten und ist bis heute auf dem Außengelände des Kieler Schifffahrtsmuseums zu sehen.


Schiffsdaten als Segelschiff

Länge: 53,00 m

Breite: 8,00 m

Tiefgang: 4,88 m

Seitenhöhe: 5,52 m

Takelung

Vor- und Großmast: Rahtakelung

Besanmast: Gaffeltakelung

Masthöhe Fockmast: 29,80 m

Segelfläche: 1010 qm

Masthöhe Hauptmast: 31,90 m

Segel: 25 Stück

Masthöhe Besanmast: 28,00 m

Geschwindigkeit: max. kn

Verdrängung: leer 710t - voll 830t

Motor: 4-Takt MAN, 510 PS

Bugstrahlruder

Sonstiges

Umbauplan: Zigmund Choren

Umbauwerft: Motorenwerke GmbH, Bremerhaven

Umbaukosten: ca. 2,2 Mio. DM

Besatzung:15 Mann Stammbesatzung und bis zu 40 Trainees

Heimathafen: Bremerhaven

3.3.1988 Probefahrt
20.05.1988


Taufe und Indienststellung als zur Zeit zweitgrößter Rahsegler unter deutscher Flagge "Alexander von Humboldt I". Namensgeber: Alexander von Humboldt, 1769-1859, Naturforscher und Geograph, bereiste von 1799 bis 1804 Süd-, Mittel- und Nordamerika. Der Rahsegler gehört der "DSST" (Deutsche Stiftung Sail Training). Träger der Stiftung sind die Sail Training Association Germany (S.T.A.G.) und zwei bedeutenden bremischen Unternehmen: das Automobil-Speditionsunternehmen E.H. Harms GmbH & Co. und die Brauerei Beck & Co., die den Großsegler mit den grünen Segeln als optisches Erkennungszeichen ihres internationalen Werbeauftrittes einsetzt. Auch dieses hat mit dazu beigetragen, die "Alexander von Humboldt" weltbekannt zu machen.

2011 die DSST löst die Alex durch den Neubau "Alexander von Humboldt II" ab und bietet das Schiff zum Verkauf an. Die Alex fuhr 23 Jahre unter Segeln und hat dabei knapp 360.000 Seemeilen zurückgelegt und zweimal das Kap Hoorn umrundet. Höhepunkte waren jedes Jahr die "Cutty Sark Races", Regatten, bei denen sich (Groß-) Segler und speziell deren jugendliche Crews aus aller Welt treffen, sowie die Wintertörns um die Kanarischen Inseln herum.
10.01.2012 Offenbar gibt es einen neuen Eigner. Heute verlässt die Alex Bremerhaven, um künftig als Kreuzfahrtschiff kurze Segeltörns rund um die Bahamas durchzuführen. Die 6.000 Seemeilen lange, 55-tägige Tour geht über Teneriffa über Barbados nach Freeport auf den Bahamas.
April 2013 Das Konzept des neuen Eigners hat offenbar nicht funktioniert. Die Alex ist zurück in Bremerhaven und wartet auf einen Investor.
Herbst 2013 Es tut sich was. Masten und Bugstrahlruder wurden bei der Werft BVT entfernt, der Anstrich erneuert.
05.02.2014

Seit Sonntag (02.02.2014) steht die Alex bei ebay-Kleinanzeigen für 750.000 Euro VHB zum Verkauf. Der Vermittler Jürgen Saathoff
www.j-saathoff.de wurde von der Reederei Heinrich Rönner aus Bremerhaven beauftragt, das Schiff zu verkaufen. Die Nutzungsmöglichkeiten sind vielfältig: Gastronomie, Hotelschiff und vieles mehr. Schon über 100.000 Aufrufe hat die Anzeige bis heute, da geht hoffentlich was...

Wenn jemand Neuigkeiten hat oder ein aktuelles Foto jetzt aus der Werft oder von der Zeit auf den Bahamas, welches ich für meine Seite nutzen dürfte, würde ich mich über eine Nachricht sehr freuen.