Lightship

Guillemot II

- aktives Feuerschiff von 1923 bis 1968 -

 

 

 

 

Schiffsdaten

Länge: 102 feet (ca. 31,10 m)

Breite: 7,30 m

Tiefgang: 3,80 m

Verdrängung: ca. 200 t
Werft: Leith / Schottland
Baujahr: 1922
Baukosten:
Baumaterial: Stahlschiff

Feuerhöhe:

Tragweite:
Aufhängung: kardanisch

Kennung: 10 Sekunden Gleichtakt (5 Sek. hell/5 Sek. dunkel)

 

Geschichte:

1923-1968 Feuerschiff auf allen irischen Stationen

1968 außer Dienst gestellt

Juni 1968 Verkauf an das Wexford Maritime Committee

Oktober 1974 Eröffnung als Museums-Feuerschiff durch Richard Burke. Heute gibt es in Irland nur noch zwei Museumsfeuerschiffe. Die hier beschriebene Guillemot II befindet sich in Wexford. Das Schiff ist im Hafen auf dem Trockenen in die Kaimauer einbetoniert und für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Ausstattung aus der Zeit als Feuerschiff ist noch komplett erhalten. An Bord befindet sich ebenfalls ein maritimes Museum.

Rundgang auf der Guillemot II:

Der Eintrittspreis, im Vergleich zu anderen irischen Sehenswürdigkeiten, ist äußerst gering. Man betritt das Schiff über eine kleine Stahltreppe. An der Kasse sitzt ein echter Seebär. An der Hüfte gut gerundet, ein blauweiß gestreiftes T-Shirt. Dicke Backen umrahmen einem weißen Seemannsbart - was nocht fehlt, wäre die obligatorische Pfeife. Abgerundet wird das ganze von der sprichwörtlichen irischen Freundlichkeit. Auf dem Schiff ist dem Besucher alles zugänglich. Von der Brücke bis zum tiefen Schiffsbauch. Hier wollen wir auch beginnen:

Über eine kleine steile Treppe kommt man in die untere Etage. Unten wird man von einem typischen Maschinengeruch empfangen, denn die Anlage steht noch komplett. Diesel, Generator und der Druckkessel. In den alten Räumen der Besatzung wurde ein kleines maritimes Museum eingerichtet. Hier befinden sich einige Exponate, welche von der Feuerschiff-Besatzung in ihren langen Stunden auf See gebaut wurden. Eine Sammlung von Gebrauchsgegenständen, eine Galionsfigur, Bilder und alte Fotografien runden das Gesamte ab. Eine Erläuterungen zu den einzelnen Gegenständen und Räumen kann man sich über einen Lautsprecher in verschieden Sprachen, auch in Deutsch, per Knopfdruck vorspielen lassen. Das ganze ist klein, aber wirklich toll und vorbildlich aufgebaut.

Der nächste Weg führt uns über die Aufenthaltsräume und Küche auf die Brücke. Hier ist alles vollgestopft mit alten Geräten. Einige sehen wirklich aus wie aus dem letzten Jahrhundert. Kompass und Steuerrad stehen noch an ihrem Platz.

Eine Besichtigung der Laterne ist wie bei den meisten Feuerschiffen leider nicht möglich.

Wenden wir uns dem Bug zu. Die dominierenden Teile sind hier die Winde und die beiden Kettenstopper. Im Gegensatz zu vielen deutschen Feuerschiffen verfügt die Guillemot II nicht über einen zentralen Pilzanker. Unter und über Deck konnten hierfür keine Vorrichungen gefunden werden. Das bedeutet, daß sie wie die meisten englischen Schiffe den Zug des Stationsankers über die Kettenstopper und die Winde auffängt. Die Kräfte, welche hier auftreten sind vor allem in Stürmen gewaltig groß. So manche Kette mit einer Gliedstärke von 50mm ist gerissen. Zur Unterscheidung: Bei einigen deutschen Schiffen befindet sich paralell zum Kettenstopper eine Art Stoßdämpfer, bestehend aus einer großen Feder in einem Zylinder. Dieser Dämpfer nimmt die vor allem die harten Schläge der Kette auf. Desweiteren liegen auf dem Vordeck noch zwei schwarze Bretter, die mich irgendwie an Scheerbretter der Fischtrawler erinnern. Funktion: unbekannt.

Das Heck birgt nichts besonderes. Wenden wir uns deshalb dem Hauptteil eines Feuerschiffes zu, dem Laternenmast.

Was einem beim Betrachten des Mastes sofort auffällt, er ist im Verhältnis zum Lampengehäuse sehr dünn. Auch die Abstrebungen halten sich in Grenzen. Das Lampengehäuse besitzt die normalen Be- und Entlüftungsöffnungen, sowie zwei Fensterringe mit je acht Facetten. Interessanterweise stehen die Glasverstrebungen (Fensterrahmen) senkrecht. Hierbei kann es zu ungewollten Dunkelzonen kommen. Wieder zum Vergleich: Beim deutschen Feuerschiff Elbe 1 stehen die Verstrebungen diagonal im 60° Winkel.

Abschließend sei gesagt, wer sich für schwimmende Seezeichen interessiert, für den ist der Besuch der Guillemot II ein Muß.

Besucheranschrift:

The Lightship Guillemot
Kilmore Quay
Co. Wexford
Irland

Öffnungszeiten:

Juni bis Mitte September
täglich 12-18 Uhr

Ende September bis Mai
nur an den Wochenenden

Eintritt:

Erwachsene: 4 Euro
Kinder: 2 Euro
Familie: 10 Euro

 

 Bilder-Galerie