Feuerschiff

FEHMARNBELT

1908 "Außeneider"
1956 Umbenennung "Reserve Holtenau"
1965 Umbenennung "Fehmarnbelt"

- aktives Feuerschiff von 1908 bis 1984 -

 Position: Nord 54° 36' - Ost 11°09'

Schiffsdaten

Länge: 45,44 m
Länge z.d.L.: 43,30 m
Breite: 7,14 m
Tiefgang: 3,70 m
Seitenhöhe: 4,70 m
Verdrängung: ca. 343 BRT
Mast: Vierbeinmast

Kennung: Blitzfeuer (4 Sekunden)

Lichtquelle: 4-feldrige Drehlinsenoptik
Leistung: 1000 W /110 V
Aufhängung: kardanisch
Tragweite: 22 sm
Feuerhöhe: 12,00 m
Brennweite: 250 mm

Anker: 3 Patentanker, davon 2 als Stations- und einen Fahranker

Werft: G.H. Thyen Werft Brake/Unterweser

Bau-Nr.: S 21
Baukosten: 300.000,- Reichsmark

Maschine: 6 Zylinder Dieselmotor

Fabrikat: Klöckner-Humboldt-Deutz

Type: S.V.M.S. 150, Best.-Nr. 679 158

Fabr.-Nr. 239 191/96

Leistung: 300 PS/ 275 U/min

Geschwindigkeit: 8,6 kn

Besatzung: 2 x 11 Mann im 14-tägigen Wechsel von Fehmarn aus, Ablösung per Boot

Geschichte:

1908

Das heutige Feuerschiff "Fehmarnbelt" wurde als Dreimastschoner mit Notbesegelung bei der G.H. Thyen-Werft in Brake/Unterweser im Auftrag des Preußischen Ministeriums für öffentliche Arbeiten, Abt. Wasserbau, Wasserbauamt Tönning erbaut.

1914-1916 als Kriegsfeuerschiff auf der Position "Süderpiep" ausgelegt, Position 54°6' N, 8°29' O
14.05.1918-01.02.1919 Teilnahme am "Dagö-Ösel-Unternehmen" teil und Überstellung im August des gleichen Jahres an das Bezirksamt III Kiel
1926 Einbau einer drahtlosen Telefonieanlage
1929 Beschaffung eines Motorrettungsbootes, so dass die Besatzung flexibler wurde
1931

Einbau einer Hauptantriebsmaschine des Fabrikates Klöckner-Humboldt-Deutz mit 300 PS/275 U, 6 Zylinder, die eine Geschwindigkeit von 8,6 Knoten verlieh, gleichzeitig bedeutete dieser Schritt die Einführung des elektrischen Stromes an Bord. Als Antrieb wurde ein fester, dreiflügeliger Propeller gewählt, das Ruder arbeitet über Ketten und Gestänge, ohne eine Art von Servo

1944 Aufgabe der Station "Außeneider" vor den Mündungen der Eider und Hever, Position 54° 14' N, 8° 18' O
1945-1948/49 Auslegung des Schiffes an den Mienenzwangswegen "P11" (Position 54°16' N, 7°11' O) und "P15" (Position 54°0' N, 7°51' O) in der Deutschen Bucht. Nach den Reparaturen der Kriegsschäden kehrte FS "Außeneider" als Reservefeuerschiff für die Station "Amrumbank" in See zurück
Sommer 1953 kurzfristiger Einsatz als "ELBE 1 Res."
1954 endgültige Übernahme des Feuerschiffes durch das WSA Kiel für den Bereich Ostsee und Einbau einer moderneren Funkanlage und eines neuen Funkfeuers
1956
Komplettmodernisierung: Zuerst wurden Fock- und Hauptmast vollständig entfernt, der Besanmast als verkürzter Antennenträger an den Aufbau versetzt, das Schiff erhielt den heute noch markanten Vierbeinmast als Laternenträger. Die Leuchte erhielt eine 4-feldrige Drehlinsenoptik mit 250 mm Brennweite, bei 1000 W/110 V erreichte das Feuer eine Tragweite von 22 sm. Ein Brückenhaus entstand, aus dem Mannschaftsraum schuf die Werft Doppelkabinen. Als "Reserve Holtenau" tat es nunmehr auf den Stationen "Flensburg", "Kiel" und "Fehmarnbelt" seinen Dienst
1959 Einbau einer Radar- und Luft-Nebel-Schallanlage
1960 Elektrifizierung der Ankeranlage. Das Gangspill, nun nicht mehr benötigt, wurde entfernt, um an Deck Platz zu schaffen
1961 1961 lieh das WSA Kiel das ehemalige Nordseefeuerschiff kurz für die Station "Elbe 1 Res." aus, außerdem wurde ein Funkpeiler installiert
1963


als Reserve-Feuerschiff auf der Station KIEL

1965 1962 wurde das Stammfeuerschiff "Fehmarnbelt" von dem polnischen Frachter "Polanicza" gerammt und dabei schwer beschädigt. 2 Mann der FS-Besatzung verloren ihr Leben. Obwohl sich das WSA Kiel zur Reparatur entschied, wurde das bisherige Feuerschiff "Reserve Holtenau" ab 1965 als Stammschiff eingesetzt. Das alte Schiff erhielt die Bezeichnung "Reserve Kiel", wurde allerdings 1968 in Bremerhaven verschrottet
1966 Sein heute noch vorhandenes Unterscheidungssignal "DBBD" wurde dem Feuerschiff "Fehmarnbelt" 1966 mit der Einrichtung der UKW-Seefunkstelle verliehen
1972 Einbau eines dritten Hilfsdiesels durch die ständig steigende Zahl elektrischer Verbraucher an Bord
1973 wegen der SOLAS-Verordnungen Ersatz der hölzernen Rettungsboote durch solche aus GFK
1980 Die letzte Besatzung setzte sich wie folgt zusammen: 1 Kapitän, 1 ltd. Maschinist, 2 Funker (bis 1980), 1 Bootsmann, 2 Motorenwärter, 5 Matrosen sowie 1 Koch. Die Funker ausge-nommen, blieben 11 Mann als Besatzung, die jeweils 14 Tage Dienst versehen mussten. Der Wachwechsel erfolgte an jedem zweiten Dienstag von Fehmarn aus per Boot
31.03.1984
Nach einer Einsatzzeit von 76 Jahren in Nord- und Ostsee, hieß es heute zum letzten Mal: "Hol nieder Stationszeichen, Leuchte aus, Anker auf!" Das Feuerschiff wurde eingezogen und durch eine automatische, unbemannte und funküberwachte Großtonne ersetzt
1984



Jetzt begann für das Feuerschiff eine aufregende Zeit, denn es wurde für Außenaufnahmen des Filmes "Das Feuerschiff" mit Klaus Maria Brandauer nach Sylt gebracht. Für die Innenaufnahmen wurde die Inneneinrichtung ausgebaut und in die Filmstudios nach München gebracht - ein Feuerschiff in Einzelteilen.

Während dieser Zeit wurde in Lübeck der Verein "Feuerschiff für Lübeck e.V." gegründet. Grundgedanke des Vereins war und ist die Erhaltung des Feuerschiffs. Es gab mehrere Kaufinteressenten, die Lübecker erhielten jedoch den Zuschlag, da sie als einzige einen Liegeplatz nachweisen konnten. Der symbolische Kaufpreis soll 150.000,- DM betragen haben. So wurde das Schiff nach Originalunterlagen wieder hergestellt und kann jetzt in Lübeck an der Musik- und Kongresshalle besichtigt werden.

2004

Im Frühjahr 2004 erhielt das ehemalige Feuerschiff "FEHMARNBELT" nach 20 Jahren seinen alten Funkfeuermast zurück. Zur Außerdienststellung im April 1984 wurde die Anlage demontiert, da sie bei Filmarbeiten nicht ins rechte Bild gepaßt hätte. Nachdem das Schiff im Sommer 2003 Kiel einen Besuch abstattete, wurden die Verantwortlichen des Vereins vom Wasser- und Schifffahrtamt Lübeck dahingehend angesprochen, ob noch Interesse an einer Rückführung der Antenne bestünde. Nach kurzer Absprache der notwendigen Details konnte der Mast bereits einige Tage später von einem LKW über Land nach Lübeck verbracht werden. Dort wurde er zunächst eingelagert und in diesem Frühjahr vor Fahrtbeginn an alter Stelle auf dem Achtermast montiert. Der sich bis dahin dort befindliche "Platzhalter", eine Rohrkonstruktion, konnte somit endgültig entsorgt werden. Viele Mitglieder des gemeinnützigen Vereins, aber auch die unzähligen Seezeichen-Freunde, haben sich schon am neuen/alten Aussehen des Schiffes erfreut. Der Verein "Feuerschiff für Lübeck" e.V. möchte sich auf diesem Wege noch einmal sehr herzlich beim WSA Lübeck , Außenbezirk Kiel-Holtenau und der Spedition Winklmeier, Trappenkamp bedanken, die für eine reibungs- und vor allem kostenlose Abwicklung gesorgt haben.

(Pressenotiz August 2004 Feuerschiff "Fehmarnbelt" C. Rüdiger)
2005



Vom 5. bis 17. September 2005 war die FEHMARNBELT zur Überholung in der Gebrüder-Friedrich-Werft in Kiel-Friedrichsort. Alle 4 Jahre wird das Feuerschiff nach den Bestimmungen des Germanischen Lloyd untersucht und nachdem es die Flender-Werft in Lübeck nicht mehr gibt, erhielt die Friedrichsorter Werft den Zuschlag für die diesjährigen Arbeiten.
Wir durften die Arbeiten 2 Wochen lang mit der Kamera begleiten. Dafür sagen wir ganz herzlichen Dank an die Mannschaft der FEHMARNBELT - es hat uns richtig gut bei Euch gefallen. Was es während des Werftaufenthaltes alles so zu tun und zu sehen gab, seht Ihr hier.

17.05.2008


Zum 100. Geburtstag des Feuerschiffes FEHMARNBELT in diesem Jahr, hat sich der 1. Vorsitzende des Vereins "Feuerschiff für Lübeck e.V.", Herr Christoph Rüdiger, etwas ganz Besonderes ausgedacht: Das Museumsfeuerschiff bekam heute das Schiffspostamt mit der Nummer 33 und dürfte damit das erste Feuerschiff mit einem Schiffspostamt sein. Die Briefmarken der an Bord aufgegebenen Briefe und Postkarten werden künftig mit dem Schiffspoststempel "Deutsche Schiffspost Feuerschiff FEHMARNBELT" entwertet und in den angelaufenen Häfen abgeliefert. Insgesamt gibt es in Deutschland ca. 32 Schiffspostämter. Ein Schiffspostamt setzt eine deutsche Flagge voraus und dass das Schiff auf internationalen Seestrassen fährt. Dies ist bei der FEHMARNBELT gegeben, denn das Feuerschiff verlässt über die Sommermonate seinen Liegeplatz an der Trave und fährt auf internationalen Wasserstraßen zu den verschiedensten maritimen Veranstaltungen an Nord- und Ostsee. Vielen Dank Christoph, für die Verwirklichung dieser schöne Idee.

Bilder von der Sonderfahrt anläßlich der Indienststellung des Schiffpostamtes findet Ihr hier.

24.05.2008

Die FEHMARNBELT feierte 2008 das 100jährige Jubiläum anläßlich des Stapellaufs im Jahre 1908. Anläßlich dieses Jubiläums fand am 24.05.08 am Sommerliegeplatz des Feuerschiffes im Hansahafen an der nördlichen Wallhalbinsel in Lübeck eine Feier mit Schiffsführungen, Schiffspostamt, Vorträgen u.v.m. statt. Für das Wohl der Gäste war gesorgt, es gab Bratwurst, Eintopf, Lachs etc. und Livemusik. Wir waren dabei und haben fotografiert - einige Bilder findet Ihr hier.

19. bis 22.06.2008


Anäßlich des 100. Geburtstages der FEHMARNBELT fand vom 19.-22.06.2008 ein Treffen der deutschen Feuerschiffe FEHMARNBELT, ELBE 1 und ELBE 3 an der Überseebrücke in Hamburg statt. Wir haben die FEHMARNBELT auf ihrer Fahrt zum Treffen und zurück begleitet. Die Strecke wurde in drei 1-Tages-Etappen je Richtung zurückgelegt, plus 3 Tage Liegezeit in Hamburg waren wir insgesamt 9 Tage lang unterwegs. Eine wunderschöne Zeit, in der wir insgesamt 3.500 Fotos geschossen haben.

Eine Bildgeschichte über diese 9 Tage könnt Ihr hier ansehen.

04.06.2009

 


Wasndas? wird sich so mancher Besucher des Feuerschiffes fragen. Unterhalb der Laterne hat das Feuerschiff weitere Lampen, die aber nicht etwa der Decksbeleuchtung dienen, sondern Nebelanstrahler sind. Bei schlechter Sicht schaltete man diese Lampen ein, um den Nebel rund um das Feuerschiff anzuleuchten und dadurch besser gesehen zu werden.

22.08.2009


Der Verein Feuerschiff für Lübeck e.V. wird in diesem Jahr 25 Jahre alt, aus diesem Anlaß wird am 22.08.09 im Rahmen der Balitc Sail in Travemünde eine 5-stündige Fahrt statt finden und an Bord des Feuerschiffes der oben gezeigte Schiffspoststempel abgeschlagen.

08.01.2010

Das Feuerschiff bekommt einen neuen Liegeplatz und liegt während der Wintersaison von November bis Mai jetzt an den Media Docks in Lübeck. Der sanierte Hafenspeicher aus dem Jahre 1898 steht mit den davor stehenden Hafenkränen und Schienenanlagen unter Denkmalschutz und beherbergt ein Zentrum für digitale Dienstleistungen.

22.07.2013



Post-Sonderfahrt und einmaliger Schiffsstempel zum Thema 50 Jahre Vogelfluglinie sowie 105 Jahre Feuerschiff Außeneider, heute Fehmarnbelt.

Service-informationen

Aktivitäten im Sommer:
Während der Sommermonate von Mai bis September verlässt die FEHMARNBELT ihren Liegeplatz in Lübeck und besucht die unterschiedlichsten Veranstaltungen entlang der Küste. Den Sommerfahrplan findet Ihr hier.



Aktivitäten im Winter:

Im Winterhalbjahr von November bis Mai, immer am 2. Sonntag des jeweiligen Monats von 11.00 bis 14.00 Uhr findet an Bord der FEHMARNBELT die beliebte Veranstaltung >> Backen und Banken << statt. Unter diesem aus der Segelschiffszeit stammenden Begriff treffen sich Mitglieder und Freunde des Feuerschiffes und Gäste aus Nah und Fern. Bei freiem Eintritt, zünftigen Speisen und Getränken, werden einige fröhliche Stunden miteinander verbracht. Viele Gäste, die erstmalig auf dem Feuerschiff zu Gast sind, werden zu neuen Freunden und nicht selten zu neuen Mitgliedern.

Besichtigung:
Das Feuerschiff kann von Gruppen oder Einzelpersonen besichtigt werden. Gruppen melden sich bitte vorher unter der Rufnummer 0451 - 7 60 68 (Anrufbeantworter) an. Für Einzelpersonen besteht die Möglichkeit, das Schiff an jedem Mittwoch im Rahmen des wöchentlichen Mitgliedertreffs ab 17.00 Uhr zu besichtigen.

Eintrittspreise:
€ 1,50 für Erwachsene
€ 1,00 für Kinder bis 12 Jahre

Neue Besucheradresse:
Feuerschiff für Lübeck e.V.
Media Docks, Willy-Brandt-Allee, 23554
Lübeck

Homepage der FEHMARNBELT:
http://www.fsfehmarnbelt.de