Unbemannte Feuerschiffe
(
UFS)

Nach dem Einzug des letzten Feuerschiffe ersetzten die UFS weltweit die bemannten roten Schiffe.
Sie sind hochtechnisierte Nachfolger - nur eines können sie nicht -
Eingreifen bei Seenotfällen.

 

 

Schiffsdaten

Maße: 26,00 m

Länge z.d.L.: 24,50 m

Breite: 6,50 m

Seitenhöhe: 4,00 m

Tiefgang: 2,70 m

Verdrängung: ca. 172 BRT

Feuerhöhe: 12,00 m

Tragweite: 17 sm

Optik: Gürtellinse

Aufhängung: kardanische

Anker: 2,5 t Pilzanker

"UFS 1"

1983 - heute

Baujahr: 1982/83

Werft: C. Lührig, Brake/Unterweser

Bau-Nr.: 8204

"UFS 2"

1986 - 1999 (2005 verschrottet)

Baujahr: 1986

Werft: Motorenwerke Bremerhaven

Bau-Nr.: 925

"UFS 3"

1986 - heute

Baujahr: 1986

Werft: Motorenwerke Bremerhaven

Bau-Nr.: 926

"UFS 4"

1988 - heute

Baujahr: 1988

Werft: Oberledinger Maschinenbau-Gesellschaft in ..........Westoverledingen

 

 

Geschichte:

Seit 1983 gibt es sie: die neue Generation der UFS - unbemannte Feuerschiffe. Sie werden in der Zwischenzeit weltweit eingesetzt. Aber was genau ist ein unbemanntes Feuerschiff? Ein Fahrzeug, ein schwimmendes Gerät oder ein Schiff? Wenn wir in die Definition der SeeStrO schauen, stellen wir fest, dass es kein Fahrzeug ist, weil es nicht als Beförderungsmittel verwendet werden kann. Ein schwimmendes Gerät ist es auch nicht, weil dies auch in erster Linie ein Fahrzeug sein müsste. Ist es dann vielleicht ein Schiff? Nach dem Lexikon ist ein Schiff ein "Schwimmkörper mit statischem Auftrieb und strömungsgünstig geformtem Unterwasserteil" (das würde passen) aber nun kommt der Zusatz: "zum Personen und Warenverkehr auf Gewässern" - passt also auch nicht. Fassen wir noch einmal zusammen: Kein Fahrzeug, kein schwimmendes Gerät und kein Schiff. Von selbst kann es nicht fahren, es führt Lichter und Signale, aber es transportiert nicht selbst, es wird transportiert. So ist ein UFS denn doch "nur" ein schwimmendes Schifffahrtszeichen, das durch Kennzeichnung der eigenen Position der übrigen Schifffahrt den richtigen Weg weist.

Die ständig steigenden Kosten für Betrieb und Unterhaltung der bemannten Feuerschiffe zwangen dazu, kostengünstigere schwimmende Seezeichen zu entwickeln. Da auf großen Wassertiefen der Bau von Leuchttürmen aus Kostengründen nicht vertretbar war, wurde der Entschluss gefasst, die restlichen bemannten Feuerschiffe durch ferngesteuerte unbemannte Feuerschiffe zu ersetzen. Die Technik übernahm die Aufgaben der Feuerschiffbesatzungen (Leuchtfeuerbetreuung, Messungen für das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie etc.) und ließ damit wieder ein Stückchen Seefahrer-Romantik verloren gehen.

Das erste unbemannte Feuerschiff "FS 1" wurde am 08.08.1983 in Dienst gestellt und bewies ein ausgezeichnetes Seegangsverhalten als schwimmendes Seezeichen vor Anker. So sind baugleich die drei weiteren unbemannten Feuerschiffe "FS 2" (1986), "FS 3 (1986) und "FS 4" (1988) entstanden.

Sie wurden in der Deutschen Bucht auf den Stationen: "Deutsche Bucht" (heute "German Bight" (GB), "ELBE" und "TW/EMS" (heute "GW/EMS") eingesetzt. Alle vier Feuerschiffe sind funktionsgleich, so besteht eine Durchtauschbarkeit auf den drei Feuerschiffstationen. Für Werftinstandsetzungszeiten und Ausfälle steht das vierte UFS zur Verfügung.

Die Ausliegezeit der deutschen UFS beträgt jeweils ein Jahr. Während dieses Zeitraumes sollen sie nur angelaufen werden, um Schmieröl nachzufüllen und ggf. einfache Wartungsarbeiten auf Position durchzuführen. Der Treibölvorrat (18 t) ist dementsprechend für 12 Monate bevorratet. Aber auch an den unbemannten Feuerschiffen wachsen Muscheln, während sie an der Ankerkette dahindümpeln und im Winter schrammen Eisschollen an den Bordwänden entlang und so werden sie jeweils nach 12 Monaten zur Wartung und Reparatur eingeholt. Da sie keinen eigenen Antrieb haben, geschieht dies durch Tonnenleger.

Jedes der vier deutschen Schiffe kostete zwischen 3,5 und 4 Millionen DM. Sie werden von Land aus ferngesteuert und fernüberwacht. Die aufwendige Technik meldet automatisch alle Störungen vom Verlöschen der Entladungslampe (Halogen-Metalldampflampe 2000W) - dann wird gleich eine Reservelampe geschaltet -, Vertreiben von der Position bis hin zum Wassereinbruch und Feuer. In einem solchen Fall löscht eine automatische Anlage die Flammen. Das gesamte Überwasserschiff einschließlich Deckshaus und Feuerträger sind mit Tagesleuchtfarbe gestrichen. Zum Eigenschutz vor Kollisionen werden die Aufbauten nachts mit Scheinwerfern angestrahlt. Alle wichtigen Anlagen sind gedoppelt. Zur Fernsteuerung und Überwachung des Systems ist eine Ortssteuer- und Fernwirkanlage eingebaut. Die Batterie ist so bemessen, dass bei Ausfall der Aggregate ein dreiwöchiger Notbetrieb möglich ist.

Die Verankerung der UFS erfolgte mit einer Ankerstegkette von 34 mm Durchmesser und einem 2,5 t-Pilzanker, wobei als Kettenlänge sechsmal Wassertiefe ausgelegt wird. Eine Ankerwinde ist nicht vorgesehen, da das Aufnehmen der Kette durch das Schleppfahrzeug erfolgt. Aufgrund der Ergebnisse von Modellversuchen und Erprobungen auf dem offenen Meer wurde für die unbemannten Feuerschiffe ein Schiffskörper mit den folgenden Abmessungen ausgewählt:

Länge über alles: 26,00 m
Breite über alles: 6,50 m
Tiefgang: 2,70 m
Verdrängung: 172 t

Der Rumpf der UFS ist durch fünf wasserdichte Hauptquer- und Mittellängsschotte sowie die beiden Längs- und vier Querschotte des Wallganges in 14 Abteilungen und den Turmraum unterteilt. Der Zugang zu den Betriebsräumen erfolgt durch den Feuerträger. Zwischen den beiden Batterieräumen und im Elektronikraum sind Notausstiegsluken angeordnet, so dass jeder Betriebsraum zwei Ausgänge hat.

Der Feuerträger ist im oberen Bereich als Rohr, unten als Oval ausgebildet. 10 m und 12,15 m über Basis sind Plattformen am Feuerträger angebaut. Auf der unteren Plattform sind ein Schallsender und Versuchseinrichtungen des Seewetteramtes installiert. Das Seewetteramt in Hamburg nutzt die UFS zum automatischen Messen von Windrichtung und -stärke, Lufttemperatur und -feuchtigkeit, Sonnenscheindauer und Niederschlag. Die Messwerte werden über die für Seezeichenzwecke an Bord vorhandene Fernwirkanlage übertragen.

Auf der oberen Plattform sind eine Doppellaterne mit aufmontierter Radarantwortbake und ein Laternenschutzkorb mit daran befindlicher Ringantenne für Funkfeuer oder Funkbeschickungssender, mit Notlampen und einem Teil der meteorologischen Messeinrichtungen angeordnet. Schiffbrüchige, die sich zu einem UFS gerettet haben, finden einen Unterkunftsraum und eine Seenotrufanlage. Das Deckshaus trägt eine Abseilplattform für Hubschrauber zum Abbergen von Schiffbrüchigen.

Nach der Havarie des FS 2 in der Orkannacht zum 04.12.1999 auf der Station "ELBE" (siehe Unglücke) sind unbemannte Feuerschiffe nur noch auf den folgenden zwei Stationen in der Deutschen Bucht ausgelegt:

1. Station "GW/EMS" (die Bezeichnung GW steht für den Schifffahrtsweg TSS German Bight Western Approach) vormals "TW/EMS" Position: 54°10,00' N, 6°20,80' E
2. Station "GB" (German Bight) vorm. "Deutsche Bucht" Position: 54°10,82' N, 7°27,60' E

 

 

Bildergalerie

 

 

 

UFS 4 in Wilhelmshaven