ORE METEOR rammt
Lightvessel 21
auf Station VARNE

28. Juni 1981


Die 'Ore Meteor' rammte LV 21 ungefähr um 17:00 Uhr am Sonntagabend. Das Wetter war, wenn ich mich recht erinnere, nordwesterlicher Wind Stärke 6 -7, gute Sicht und eine mässige bis raue See. Die 'Ore Meteor' wurde von dem Schlepper 'Suzanne M' geschleppt. Wir sahen die beiden Schiffe zum ersten Mal, als sie sich der Station näherten und bemerkten gleich, dass der Schlepper für diese Aufgabe wohl zu klein war. Er war nicht größer als ein normaler Hafenschlepper und kein Hochsee-Schlepper.

Berichtet wurde, dass der Schlepper und die 'Ore Meteor' auf verschiendenen Seiten am Feuerschiff vorbei fuhren und die Schleppleine über das Vordeck des Feuerschiffes geschleift wurde. Wäre das wirklich passiert, wäre ich jetzt nicht mehr am Leben, weil das Feuerschiff dann nämlich untergegangen wäre. Was tatsächlich passierte, war, dass der Schlepper in die Nähe des Feuerschiffs kam und dann, wahrscheinlich um mehr Abstand zu gewinnen, den Kurs änderte. Hätte der Schlepper seinen Kurs beibehalten, wären sie zwar gefährlich nah, aber gut am Feuerschiff vorbei gekommen. Dadurch, dass der Schlepper seinen Kurs änderte, änderte er auch die Richtung der 'Ore Meteor', die den Bug des Feuerschiffs rammte und die obere Sektion stark beschädigte. Der Zusammenstoß sorgte dafür, dass das Feuerschiff vom Rumpf der 'Ore Meteor' abprallte. Das Hauptankerkabel spannte sich sofort wieder und das Feuerschiff driftete zurück auf seine Position. Als das passierte, war das Heck der 'Ore Meteor' mit seinem Heckanker direkt über dem Bug des Feuerschiffes. Der Anker fing sich durch Zufall in einer Leine des vorderen Mastes des Feuerschiffs und begann das Feuerschiff nach Backbord zu kippen. Das Ergebnis war, dass der Mast des Feuerschiffes umknickte und die 'Ore Meteor' mit ihrem Heck den Laternenmast und den Heckmast des Feuerschiffes umriss. Das Feuerschiff wurde also nur über der Wasserlinie beschädigt und nahm keinen Schaden unter der Wasserlinie.

Glücklicherweise wurde niemand von der Crew verletzt, aber der Schock saß tief. Wir blieben in dieser Nacht noch an Bord des Feuerschiffes und stellten sicher, dass alle nur möglichen Lampen eingeschaltet waren, weil die Laterne ja nicht mehr funktionierte, und sorgten generell dafür, dass das Feuerschiff sicher war. Ein Trinity House Schiff, die 'THV Siren' kam und strahlte das Feuerschiff während der Dunkelheit mit ihren Suchscheinwerfern an. Am nächsten Tag (Montag), bereiteten wir das Feuerschiff dafür vor, dass es am Dienstagmorgen nach Southampton zur Vosper Thornycroft Werft geschleppt werden konnte. Von dort aus wurden wir mittags abgeholt und in unser Hauptquartier nach Harwich gebracht. Wir kamen abends an und wurden gleich das das Ersatzfeuerschiff, LV 13, gebracht. Mittwoch haben wir LV13 für den Dienst vorbereitet und waren nachmittags schon wieder im Schlepp zur Station 'Varne', wo wir früh am Donnerstagmorgen ankamen.

Du sieht, wir hatten nicht besonders viel Zeit an Land nach einer Havarie, die als das schlimmste Feuerschiffunglück beschrieben wurde, die ein Feuerschiff je überstanden hat.

© Brian Packham